Stadtgarten

Der Stadtgarten und das Stahlsche Schlösschen mit Garten wurden in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Michael Keller erbaut. Sie waren ein Geschenk des damaligen Bürgermeisters Georg Franz Stahl an seine Frau. Der nach französischem Vorbild angelegte Garten erstreckte sich damals vom Rokokoschlösschen in östlicher Richtung bis zum kunstvoll gearbeiteten Gartentor und war mit Pavillon, Gewächshaus, Springbrunnen und Zierbeeten in 16 Feldern ausgestattet. Dank Bürgerstiftung und Denkmalpflege konnte eine seltene Sonnenuhr als Steinpyramide renoviert werden. Auch spätere Elemente wie der um 1906 von Wilhelm Wiedemann entworfene Geigerbrunnen sind erhalten. 

Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb die Stadt die Anlage vom Fabrikanten Gustav Hauber, der 1889 sein Wohnhaus anstelle der Orangerie erbauen ließ. Erst mit der Anlage des „Neuen Stadtgartens“ in den 1980er-Jahren wurde der Garten nach Westen erweitert; dafür musste die Alte Stadthalle von 1899 weichen. 

Neuordnung nach Rückbau der Bahnhofstraße

Die Verlegung der B 29 und der Rückbau der Lorcher Straße ermöglichten eine Erweiterung des Stadtgartens über die Rems hinaus. Im Rahmen der verkehrlichen Neuordnung konnte ferner nach Osten der Bereich der ehemaligen Bahnhofstraße bis zum Josefsbach an den Stadtgarten angebunden werden. Die Bahnhofstraße wurde in „Am Stadtgarten“ umbenannt.

Die Erweiterungen binden den historischen Stadtgarten ein, dessen barocker Charakter neu interpretiert wurde. Ergänzt durch die sorgfältigen Übergänge zur historischen Altstadt, entstand ein Stadt- und Grünraum von hoher Qualität. Die sanierte Fünfknopfturmbrücke und die Josenbrücke bilden eine direkte Wegeverbindung vom Stadtgarten in die historische Altstadt. 

Brückenlandschaft über den Josefsbach

Parallel zur Neuordnung des Remsparks und der städtebaulich markanten Inszenierung des Bereichs Gamundia konnten mit Unterstützung der Städtebauförderung zahlreiche Brücken saniert oder neu gebaut sowie die Übergangszonen neu gestaltet werden. 

Heute führen ein Goldenes und ein Silbernes Band vom Remspark zum Stadtgarten: die neue Rokokobrücke und die neue Bahnhofsbrücke über die Rems. Im Bereich des Josefsbachs sind es die Fünfknopfturmbrücke, der Kroatensteg, die Karl-Olga-Brücke und der Schillersteg. Der Fehrlesteg führt als modern gestalteter Fußgängerweg von der Altstadt und der Remsstraße zum nördlichen Rems-ufer. Von dort aus gelangt man zum nahe gelegenen Fehrleparkhaus und zum Bahnhof sowie zur Felsenkapelle „St. Salvator“ und in das Taubental. 

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