Mutterhaus / Bocksgasse

1782 errichtete Johann Michael Keller das Bauwerk in der Bocksgasse 20 als repräsentatives Handelsgebäude. Die Bezeichnung „Mutterhaus“ geht auf die Gründung der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul im Jahr 1852 zurück. Die schnell wachsende Gemeinschaft benötigte bald mehr Platz und nahm mehrere Umbaumaßnahmen vor. Etwa 1860 wurde das Nachbargebäude Bocksgasse 22 neu errichtet. 1891 wurde das Mutterhaus nach Untermarchtal verlegt. Danach wurden die Gebäude als Altenheim genutzt. In den 1950er-Jahren wurde im rückwärtigen Grundstücksteil am Pfeifergässle ein entsprechender Neubau errichtet.  

Zuletzt befand sich das Gebäude an der Bocksgasse, das die Kongregation 1976 im Erbbaurecht an ein Immobilienunternehmen übergeben hatte, in einem äußerst desolaten Zustand. Erst 2010 konnte die Kongregation wieder über die Gebäude verfügen, um die Sanierung einzuleiten. 

Modernes Wohnen in der historischen Altstadt

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Städtebauförderung konnte das Areal Mutterhaus saniert und umgestaltet werden. Die Gebäude an der Bocksgasse wurden denkmalgerecht saniert, während sich die Gebäude im Pfeifergässle als nicht erhaltungsfähig und -würdig erwiesen. Die dortige Neubebauung mit Wohnungen unterschiedlicher Größe stärkt die Attraktivität der Altstadt als Wohnstandort. Der Innenhof über der rückwärtigen Tiefgarage erinnert in seiner Freiflächengestaltung an den früheren Klostergarten des Mutterhauses. 

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