Fünfknopfturm und -brücke

Turm und Brücke mit den begleitenden Mauern sowie das Torhaus bilden das letzte erhaltene Ensemble der ehemaligen äußeren westlichen Stadtummauerung und Wehranlage von Schwäbisch Gmünd. 

Die denkmalgeschützte Fünfknopfturmbrücke entstand 1828 aus wiederverwendetem Sandstein und war ursprünglich einem Doppeltor vorgelagert. Kasematten der alten Wehranlage sind noch im Osten erhalten. Die Brücke wurde später verstärkt und erweitert, zuletzt 1988 wegen des wachsenden Schwerlastverkehrs durch neue Gehwegplatten auf Spannbetonbindern. 


Bei der Sanierung 2013 wurde die Brücke vom Autoverkehr befreit und für die Nutzung als Geh- und Radweg auf die frühere Gewölbebreite zurückgebaut. Um das historische Erscheinungsbild wiederherzustellen, wurde das Geländer durch eine Natursteinbrüstung ersetzt. Neben der Sanierung der Fünfknopfturmbrücke wurden mit Unterstützung aus der Städtebauförderung das Torhaus denkmalgerecht saniert und die angrenzenden öffentlichen Flächen neu gestaltet. 

Zeuge historischen Wandels: der „Knöpflesturm“

Der ebenfalls denkmalgeschützte Fünfknopfturm gehört zu den noch erhaltenen sechs Wehrtürmen der äußeren Stadtmauer, die im 19. Jahrhundert niedergelegt wurde. Ursprünglich enthielt sie 22, zählt man den am Fünfknopfturm vorgelagerten Wehrturm „Unteres Tor“ mit, sogar 23 Türme. Wegen seiner Dachgestaltung mit knopfartigen Aufsätzen nennt der Volksmund diesen Turm auch „Knöpflesturm“.

Der bis Ende der 1990er-Jahre noch bewohnte Wehrturm wird dem Burgenbautypus des 12./13. Jahrhunderts zugeordnet, wie er im Elsass und in der Pfalz bekannt ist. Die äußere Schale bilden Buckelquader mit Zangenlöchern, die Innenseiten mit jüngerer Verbretterung im Halbgiebel zeigen zum Teil noch originales Fachwerk. Große Teile des Dachstuhls und des Innengerüstes stammen aus der Erbauungszeit. Dachwerk und Innengebälk datieren 1424 – 25, die aus Ziegel gemauerten Dacherker entstanden vermutlich im 16. Jahrhundert. 1930 mussten die Kupferknöpfe nach einem Blitzschlag erneuert werden. 

2014 wurden hauptsächlich die Sandsteinmauern und das Dachwerk saniert sowie die 1967 eingebrachte Glocke renoviert. Die 1959 im Erdgeschoss eingebaute Trafostation wurde an einen anderen Standort verlegt. Heute können Besucher den Turm nach unterschiedlichen Nutzungen wieder als Teil der westlichen Wehranlage erleben.